„Carbon“ ist kein Lack. Es ist ein Verbund: Kohlenstofffasern in einem Harz. Die Faser trägt Zug, das Harz hält die Lage in Form und drückt Schub in die Nachbarfaser. Fehlt eine der beiden Seiten, bleibt Dekorfolie.
Wie ein Bauteil entsteht
Die Faser kommt als Gewebe oder Gelege (Köper, Leinwand, Unidirektional). In der Form liegen eine oder mehrere Lagen, oft als Prepreg (Harz schon im Gewebe) oder nass laminiert. Unter Folie und Vakuum, im Ofen oder Autoklav, härtet das Harz. Entformen, beschleifen, Klarlack oder Lack. Die Festigkeit hängt von Faserqualität, Faserrichtung, Lagenzahl, Harz und Blasenfreiheit ab – nicht vom Glanz auf Instagram.
Sichtcarbon zeigt das Gewebe unter Klarlack. Strukturelles Carbon darf unsichtbar schwarz sein. Ein Hydrographik-Folienmuster trägt keine Radhauslast.
Baltic Carbon
Baltic Carbon in Lübeck fertigt Formen und Laminate. Artjom und Team haben für die RS4-Limo 2.0 von Philipp Kaess unter anderem Seitenteile abgeformt, die Reserveradmulde laminiert und eine Spritzwand aus einem schwer entflammbaren Harz gesetzt. Die Arbeit ist in den Aufbau-Videos dokumentiert: Modell, Negativform, Laminat, Passung an der Karosserie.
Solche Teile entstehen nicht aus einem Katalogmaß. Jede Fläche braucht eine Form. Genau deshalb bleibt Vollcarbon an einer Limousine ein Einzelstück, kein Zubehörteil von der Stange.
Die RS4-Limo von Philipp Kaess
Werkseitig gab es den B5-RS4 nur als Avant. Die Limo ist eine gebaute Idee: A4-Limousine, RS4-Kotflügel-Logik, später nahezu vollständige Carbon-Außenhaut. H&R beschreibt das fertige Fahrzeug mit Carbonhaut, Käfig, Trockensumpf und angestrebter Leistung im Bereich 1.300 PS; fahrfertig wurden rund 1.200 kg genannt. Auf der Messe Hannover 2026 rollte der Aufbau als Vollcarbon-Debüt vom Trailer – YouTube-Titel mit 1.400+ PS. Eine öffentliche Rollenprüfung ersetzen diese Zahlen nicht.
Carbon sparte dort Blechmasse an Haut und Anbauteilen. Motor, Getriebe und Allrad bleiben Stahl und Aluminium. Leichtbau am Dach ändert nicht den Zünddruck im 2.7/3.0-Biturbo.
Was Arlows an Carbon führt
Arlows verkauft seriennahe Anbauteile in durchgehend hoher Verarbeitungsqualität: enge Passung, mehrere Klarlacklagen, keine Folie als „Carbonoptik“. Die Teile ersetzen Stoßfängerabdeckungen, Diffusoren, Motorraumdeckel oder Endrohre – sie ersetzen keine komplette Rohkarosse.
- Kategorie Carbon parts (Audi, BMW, Ford, Mini, Nissan, Toyota, VW)
- Carbon-Heckdiffusor Audi A4 B7 – 229 €
- Carbon-Heckdiffusor BMW E90 335i – 299 €
- Carbon-Endrohre ab 70 €
Sonderformen in Limo-Maßstab bleiben Manufaktur wie Baltic Carbon. Shopteile und Unikatkarosse sind dieselbe Werkstoffklasse, nicht dasselbe Bauteil.
Kurz
Carbon = Faser plus Harz in der richtigen Richtung. Baltic Carbon hat an der Kaess-RS4 gezeigt, was daraus wird, wenn jemand eine ganze Haut ersetzt. Arlows liefert die seriennahen Stücke für den Alltag. Beides beginnt mit einer Form, nicht mit einem Aufkleber.
arlows.com · [email protected]
Häufige Fragen
Ist jedes glänzende Kohlemuster tragend?
Nein. Folie und dünnes Decklaminat tragen keine Strukturlast.
Warum ist Vollcarbon so teuer?
Jede Fläche braucht Form, Zeit und Ausschussrisiko. Die Limo ist Unikatfertigung.
Baut Arlows die RS4-Karosse?
Nein. Die Karosserieteile der Limo entstanden bei Baltic Carbon und Partnern. Arlows führt Katalog-Carbon und den Shop.
Hilft ein Carbon-Diffusor wie eine Vollcarbon-Karosse?
Er spart wenig Masse und ändert die Optik. Die Limo spart Blech über Quadratmeter.